Jack Bruce & Robin Trower – Seven Moons Live (2009)

Morgen habe ich mal wieder eine lange Bahnreise vor der Brust. Also ist mir nach Musik für die Reise. So schnell wie heute Abend bin ich noch nie fündig geworden. Im iTunes Store nach Blues gesucht und was sticht mir ins Auge? Jack Bruce und Robin Trower live. Ich höre also gar nicht erst rein, sondern entscheide mich zum Spontankauf. Angeklickt und Sekunden später hab ich den ersten Song schon auf den Kopfhörern.

Während ich also noch höre, fang ich schon mal mit dem Schreiben an, denn vielleicht sind die beiden Herren ja nicht jedem meiner Leser geläufig.

Jack Bruce hatte in den 60ern bereits als Bassgitarrist u.a. bei Alexis Korner und Manfred Mann gespielt, als er zusammen mit Eric Clapton (Gitarre) und Ginger Baker (Schlagzeug) gemeinsam die Gruppe Cream gründete. Sie spielten eine Mischung aus Blues, Rock und Psychodelic und hatten einige Riesenhits. Insbesondere White Room und Crossroads, so denke ich, kann man getrost als Meilensteine des Bluesrock bezeichnen. Herausragend jedoch waren vorallem die Liveauftritte. Jack Bruce, und Ginger Baker, die ursprünglichen Jazzmusiker und „Slowhand“ Clapton, der Bluesmusiker lieferten sich ein Solo der Extraklasse nach dem anderen.

Während Eric Clapton weiterhin erfolgreich war, wurde es um Bruce und Baker leider ziemlich schnell still. Nicht dass sie sich zur Ruhe gesetzt hätten, aber die vergleichbar großen kommerziellen Erfolge blieben aus.

Auch kein unbeschriebenes Blatt daneben ist Robin Trower, der bis 1971 als Gitarrist bei Procol Harum spielte, deren Song ‚A whiter shade of Pale‘ ebenfalls noch heute mehr als nur bekannt ist. 1973 dann gründete Robin Trower unter eigenem Namen eine neue Band, die sich am Sound von Jimi Hendrix orientierte. Als Schlagzeuger und Sänger wurde seit den 80ern hin und wieder Jack Bruce verpflichtet.

So nahmen sie auch 2007 zusammen das Livealbum Seven Moons auf. Als Schlagzeuger ist Gary Husband zu hören, der zuvor bereits mit Jack Bruce, aber auch mit Level 42 gespielt hatte.

Unter anderem werden auf dem Album (ich muss mir die Vokabel „Platte“ wohl langsam abgewöhnen), auch die guten alten Songs „Sunshine Of Your Love“ und „White Room“ zum Besten gegeben, die ich zuletzt auf diversen Aufnahmen von Eric Clapton gehört hatte. Der Mischung aus Robin Trower und Jack Bruce ist es dann wohl auch zu verdanken, dass sich insbesondere Sunshine Of your Love mal wieder etwas anders anhört, als gewohnt. Zwar ist es dann doch nicht mit der Version zu vergleichen, die Jimi Hendrix seinerzeits selbst coverte, aber dennoch hingt der Vergleich nicht, denn die Gitarre von Robin Trower hört sich auch auf diesem Album mehr nach Jimi als nach Eric Clapton an. Und das ist auch gut so!

Ansonsten ist die Platte weder Cream noch Procol Harum sondern geprägt von der rustikalen Stimme Bruces und der Gitarre Trowers. Wie oft bei Livealben, ist der Klang nicht so brilliant wie bei Studioaufnahmen, dafür kommt man nach einer gewissen Einhörungsphase in den Genuss von einwandfreien Solos, die es in vergleichbarer Form meist nur bei Liveauftritten gibt. Zusammen mit der Zuschaueratmosphäre, kam meiner hierbei keine Jahrhundertplatte bei heraus, aber durchaus eine Interessante Performance für die Freunde der Bluesmusik.

Besonders mag ich den leicht melancholischen Song Carmen, sowie den Titel Perfect Place. Aber auch das Cover von „Just Another Day“ von John „Cougar“ Mellencamp kann sich hören lassen.

Tracklist:

  1. Seven Moons
  2. Lives of Clay
  3. Distant Places Of The Heart
  4. Sunshine Of Your Love
  5. Carmen
  6. So Far To Yesterday
  7. Just Another Day
  8. Perfect Place
  9. Bad Case Of Celebrity
  10. The Last Door
  11. Come To Me
  12. White Room
  13. Politician
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