Captain Beefheart – Bluejeans & Moonbeams (1974)

Nach Brixtonboogie, ist mir gerade, die Nacht ist noch lang, nach etwas älterem Blues. Was liegt da näher, als mich direkt noch einer etwas ausgefalleneren Platte zu widmen…

Leider muss ich an dieser Stelle erst einmal eine Lanze für Captain Beefheart brechen. Irgendwie Dylan-like hat auch er es manchmal schwer gehabt, sich gegen seine „Fans“, zu behaupten. Und so wird „Bluejeans & Moonbeams“, immer wieder als angeblich schlechteste Platte des Captain verrissen.

Ähnlich wie sein Schulfreund Frank Zappa, wurde Captain Beefheart nur allzu schnell in eine Schublade gesteckt. Seine Schublade hieß „Trout Mask Replica“. Trout Mask Replica, war in der Tat ein außergewöhnliches Weltklasse Album, wenngleich es auch für wahrscheinlich 90 Prozent der Weltbevölkerung unhörbar klingen mag. Vereinfacht gesagt, es war genial und außergewöhnlich, mit seiner atonalen Harmonik. Aber neben allem schrägen war es doch ein Bluesalbum.

Aber irgendwie, hatte der Beefheart es schwer, spielte er experimentel, liebten Ihn die Fans, aber die Platten verkauften sich natürlich nur zäh. Wenn er dagegen harmonischen Deltablues spielte, wurde er von den Fans zerrissen. Wie auch im Jahre 1974, als er Bluejeans – Moonbeams herausbrachte. Wie Dylan auch, wurde ihm ein Stilwechsel nicht gestattet. Und so wandte er sich schließlich 1985 völlig von der Musik ab, und widmete sich nur noch der Malerei, wenngleich auch mit großem Erfolg.

Aus heutiger Sicht wirkt „Bluejeans – Moonbeams“ völlig zeitgemäß, irgendwo zwischen Deltablues, Jazz und 70er Pop wirkt auch dieses Album sehr facettenreich. Mal reiner Blues, wie in ‚Same Old Blues‘, könnte ich mir ‚Further than We’ve Gone‘ auch gespielt von Mark Knopfler als Dire Straits Song vorstellen. Auch der Southernrock bekommt seine Chance, in Form des Songs: ‚Twist Ah Luck‘.

Wenngleich es auch nicht außergewöhnlich ist, so kommt dieses Album aus heutiger Sicht doch klar als Bodenständiges Bluesalbum daher. Unabhängig von anderen Beefheart Alben wahrgenommen, ist es also durchaus empfehlenswert nach 35 Jahren dem Album mal wieder eine Chance zu geben, sich wiedermal reinzuhören und vielleicht festzustellen, das auch diese Scheibe ihre eigenen Reize hat.

Wen dagegen die unkonventionelle Spielart Beefhearts eher abschreckte, der mag vielleicht gerade deswegen mal zugreifen.

Tracklist:

  1. „Party of Special Things to Do“ (Don Van Vliet, Elliot Ingber) – 2:48
  2. „Same Old Blues“ (J. J. Cale) – 4:00
  3. „Observatory Crest“ (Van Vliet, E. Ingber) – 3:32
  4. „Pompadour Swamp“ (Van Vliet) – 3:32
  5. „Captain’s Holiday“ (R. Feldman, W. Richmond, S. Hickerson, C. Blackwell) – 5:43
  6. „Rock ’n Roll’s Evil Doll“ (Van Vliet, Mark Gibbons, Ira Ingber) – 3:20
  7. „Further Than We’ve Gone“ (Van Vliet) – 5:31
  8. „Twist ah Luck“ (Van Vliet, Gibbons, I. Ingber) – 3:22
  9. „Bluejeans and Moonbeams“ (Van Vliet) – 5:02
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2 Antworten to “Captain Beefheart – Bluejeans & Moonbeams (1974)”

  1. Ein eher ungewöhnliches Beefheart-Album, aber sehr schön. Mal was anderes von ihm.

  2. Oh und ich dachte immer es wäre ein weiteres „chaotisches“ Album von ihm. Mist ich habe was verpasst, denn ich mag eigentlich seine harmonische Seite lieber…
    Danke für den Tip!

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